So entstehen die Kanalcharts
Unsere Charts zeigen, welche YouTube-Kanäle in Deutschland aktuell besonders viele Aufrufe erzielen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Zahl der Abonnenten, sondern wie häufig die Inhalte eines Kanals innerhalb der vergangenen 28 Tage tatsächlich angesehen wurden.
Für das Ranking betrachten wir daher die Views, die ein Kanal innerhalb dieses Zeitraums erzielt hat.
Ein Kanal mit 5 Millionen Abonnenten steht deshalb nicht automatisch vor einem Kanal mit 500.000 Abonnenten. Erzielt der kleinere Kanal aktuell mehr Views, wird er im Ranking entsprechend höher eingestuft.
Die Charts bilden damit vor allem ab, welche Kanäle derzeit die größte Reichweite erzielen.
Warum Views wichtiger sind als Abonnenten
Abonnenten können über viele Jahre aufgebaut worden sein. Einige Kanäle erreichen heute längst nicht mehr die Reichweite früherer Jahre, verfügen aber weiterhin über eine hohe Abonnentenzahl. Dadurch können sie größer und relevanter erscheinen, als sie gemessen an ihrer aktuellen Nutzung tatsächlich sind.
So gibt es Kanäle mit mehreren Millionen Abonnenten, die heute monatlich nur noch vergleichsweise wenige Views erzielen. Gleichzeitig können Kanäle mit deutlich weniger Abonnenten jeden Monat mehrere Millionen Zuschauer erreichen.
Für die aktuelle Bedeutung eines Kanals ist deshalb entscheidender, wie viele Views seine Inhalte tatsächlich erzielen. Hohe Viewzahlen zeigen, dass ein Kanal derzeit aktiv angesehen wird und entsprechend viel Reichweite und Sichtbarkeit erzeugt - unabhängig davon, wie viele Nutzer den Kanal irgendwann einmal abonniert haben.
Die aktuelle Reichweite eines Kanals lässt sich daher über seine tatsächlichen Aufrufe wesentlich besser beurteilen als allein über seine Abonnentenzahl.
Trotzdem führen wir zusätzlich eine Top-Liste nach Abonnentenzahl. Auch diese Kennzahl ist relevant, da sie die über Jahre aufgebaute Bekanntheit und historische Bedeutung eines Kanals widerspiegeln kann. Sie zeigt jedoch etwas anderes als die aktuelle Reichweite und wird deshalb getrennt betrachtet.
Woher stammen die Zahlen?
Grundlage sind öffentlich verfügbare Daten der jeweiligen YouTube-Kanäle. Die Gesamtaufrufe der Kanäle werden regelmäßig von unserem Tool erfasst und für die Berechnung der Rankings ausgewertet.
Inaktive Kanäle
Kanäle, auf denen über einen längeren Zeitraum keine neuen Videos oder Shorts veröffentlicht wurden, werden als inaktiv eingestuft und nicht im aktuellen Ranking berücksichtigt.
Aktualisierung der Charts
Die Rankings werden regelmäßig neu berechnet. Dadurch können Kanäle im Ranking steigen oder fallen, sobald sich ihre aktuelle Reichweite verändert.
Für jeden Monat führen wir außerdem ein Archiv. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wie sich einzelne Kanäle über Monate und Jahre entwickelt haben. Gleichzeitig zeigt das Archiv, welche YouTuber zu einem bestimmten Zeitpunkt zu den reichweitenstärksten Kanälen gehörten.
Warum Medienanstalten nicht berücksichtigt werden
Die Charts sollen YouTuber unter vergleichbaren Bedingungen gegenüberstellen. Deshalb werden klassische Fernsehsender, Rundfunkanstalten, große Verlage und vergleichbare institutionelle Medienangebote nicht berücksichtigt.
Solche Kanäle unterscheiden sich grundlegend von klassischen Creator-Kanälen. Hinter ihnen stehen häufig Medienunternehmen mit etablierten Marken, professionellen Redaktionen, Produktionsstudios und erheblichen finanziellen sowie personellen Ressourcen.
Ein direkter Vergleich würde deshalb nicht ausschließlich den Erfolg eines YouTube-Kanals messen, sondern teilweise auch die Größe und Reichweite der dahinterstehenden Organisation.
Kanalcharts.de konzentriert sich deshalb auf Creator und creator-geführte Kanäle.
Ein klassischer YouTuber baut seine Reichweite in der Regel als eigenständiger Creator oder innerhalb eines kleineren Unternehmens auf. Reichweite, Inhalte, Produktion und Community entstehen dabei überwiegend innerhalb des YouTube-Ökosystems. Medienangebote wie beispielsweise Film-, Fernseh- und Musiksender verfügen dagegen bereits außerhalb von YouTube über erhebliche Reichweite und etablierte Strukturen.
Fernsehsender und andere Medienunternehmen können Zuschauer über TV, Mediatheken, Nachrichtenportale und weitere Plattformen auf ihre YouTube-Kanäle führen. Ein Teil dieser Reichweite wurde somit außerhalb von YouTube aufgebaut. Somit bauen etablierte Medienmarken eine Marke auf YouTube nicht dort auf. Viele von ihnen verfügen bereits seit Jahrzehnten über eine hohe Bekanntheit durch andere Medien. Somit ist zum Beispiel für einen Fernsehsender oder Produktionsunternehmen YouTube häufig nur einer von mehreren Distributionskanälen.
Würden beide Gruppen gemeinsam bewertet, würde das Ranking nicht mehr ausschließlich zeigen, welche Creator auf YouTube besonders erfolgreich sind. Teilweise würde stattdessen die Größe des dahinterstehenden Medienunternehmens gemessen. Dann würden auch bekannte Schauspieler, Musiker, Moderatoren, TV-Sender und sogar Kanäle von Filmproduktionen auf einmal mit aufgelistet werden.
Wie werden die Daten erhoben?
Für die Datenerhebung nutzen wir zwei Verfahren. Den Großteil der Kennzahlen beziehen wir über die offizielle YouTube API. Daten, die dort nicht zur Verfügung stehen, erfassen wir zusätzlich direkt auf den jeweiligen YouTube-Kanälen.
Dazu gehören beispielsweise das zuletzt veröffentlichte Long-Video und der letzte Short. So können wir erkennen, wann ein Kanal zuletzt aktiv war und inaktive Kanäle aus dem aktuellen Ranking ausschließen - auch wenn sie weiterhin hohe Abonnentenzahlen besitzen.
Die Aufrufe der letzten 28 Tage stellt die YouTube API nicht direkt bereit. Da wir die gesamten Kanalaufrufe jedoch regelmäßig erfassen und historische Messstände speichern, können wir die Differenz zwischen zwei Zeitpunkten berechnen. Dadurch lässt sich ermitteln, wie viele zusätzliche Views ein Kanal innerhalb eines bestimmten Zeitraums erzielt hat.